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Talheim-Records Germany

Obsequial Joy

Genre
Post-Black Metal / Doom-Death Metal
Herkunft
Taiwan
Status
Aktiv
Label
Talheim Records Germany

Über Obsequial Joy

Popsongs am College

Obsequial Joy entstand in Taiwan und präsentierte sich bewusst als kollektive Identität statt als Gruppe hervorgehobener Einzelpersonen. Masken und theatrale Objekte wurden Teil des Livebildes. Die Band erklärte die Anonymität jedoch damit, den Fokus auf die Musik zu lenken und Obsequial Joy als eigene Entität wirken zu lassen.

Die eigene Darstellung der Musiker beginnt am College, wo die späteren Mitglieder zunächst gemeinsam Popsongs schrieben. Dieser Ursprung ist wichtig, weil das spätere Werk nicht aus einer fertigen Black-Metal-Schablone hervorging. Auch der Bandname verbindet scheinbare Gegensätze: Ein Begräbnis kann Trauer und Verlust bedeuten, zugleich aber Erlösung und einen Neubeginn. Dieser Kontrast wurde zum Prinzip einer Musik, die düster bleibt, ohne Bewegung oder Eigenwilligkeit aufzugeben.

Im eigenen Rückblick beginnt die Geschichte bewusst unspektakulär: Die späteren Mitglieder begegneten einander am College und schrieben Popsongs. Obsequial Joy entstand, als diese gemeinsame Praxis sich dunkleren und schwereren Formen zuwandte. Der Name trägt den Übergang in sich. „Obsequial“ ruft Begräbnistrauer auf, „Joy“ kann Erlösung und einen Beginn nach dem Ende bezeichnen. Dieses Spannungsfeld ist keine nachträgliche Kritikerdeutung, sondern Teil der Selbsterklärung der Musiker.

Fünf Songs vor einer Veröffentlichung

Die Musiker berichteten von frühen Popsongs, bevor sie zu der dunkleren Sprache der Debüt-EP fanden. Show My Mercy wurde zum ersten umfassenden öffentlichen Statement und verband die Schwere des Post Metal mit Funeral-Doom-Tempo, Synthesizern, Samples und Klavier.

Öffentliche Diskografien datieren die Band auf 2015 und führen Bright Smile, Despair, Face the End with Joy, Helpless und Warm Death als frühe Einzelstücke. Ihre spätere Zusammenführung um Show My Mercy bedeutet, dass die EP nicht als fünf gleichzeitig entstandene Ideen erzählt werden darf. Sie bündelte vielmehr eine erste öffentliche Phase. Offen bleibt, welche Aufnahmen für die Folge von 2021 ersetzt, neu gemischt oder neu eingespielt wurden.

Trauer, Erlösung und musikalischer Widerspruch

Die EP arbeitet mit emotionalem Widerspruch: Traurigkeit wird immer wieder von hoffnungsvoll wirkenden Melodien durchbrochen, ohne den umgebenden Druck ganz zu verlassen. In einem Interview verglich die Band das mit dem Verharren in einem schrecklichen Morast, während man sich selbst einredet, alles sei in Ordnung.

Die Musik hält den Widerspruch in Bewegung. Langsame Doom-Strukturen und scharfe Stimmen erzeugen Gewicht, melodische Basslinien, postmetallische Weite und Momente poppiger Direktheit verhindern jedoch Erstarrung. Die Band erklärte, der Bass solle langsamere Passagen beweglich halten. Rezensionen hörten Gothic-Atmosphäre und Black-Metal-Schärfe in unterschiedlichen Anteilen. Diese Beschreibungen sind Rezeption; die beabsichtigte kinetische Rolle des Basses ist dagegen eine Aussage aus erster Hand.

Show My Mercy

Show My Mercy erschien 2021. Cover und Bühnenbild enthalten ein Hühnerspielzeug mit jokerähnlichem Kopf, das die Band bereits zu Auftritten mitgebracht hatte. Dieses ungewöhnliche Motiv war keine externe Marketingidee; die Musiker bezeichneten es selbst als passende Repräsentation ihrer widersprüchlichen Musik.

Show My Mercy erschien am 31. März 2021 als fünf Stücke umfassende EP mit etwas mehr als 31 Minuten Spielzeit. Rezensionen hörten darin Doom-Schwere, Black-Metal-Schärfe und melodische oder spielerische Bassbewegungen. Die Musiker erklärten, der Bass solle verhindern, dass langsamere Passagen erstarren. Auch die clownartige Bildfigur und die bewusst zurückgenommenen Einzelidentitäten lenken die Aufmerksamkeit auf das Werk als kollektive Konstruktion.

Show My Mercy erschien am 31. März 2021 mit fünf Stücken und etwas mehr als 31 Minuten Spielzeit. Samples und kindliche Klänge eröffnen ein Werk über Gnade, Reue und wiederkehrende Konsequenzen. Clownfigur, Masken und zurückgehaltene persönliche Identitäten lenken den Blick auf das kollektive Bild. Die Chronik identifiziert anonyme Mitglieder nicht durch Schlussfolgerung, selbst wenn öffentliche Datenbanken Verbindungen zu anderen taiwanischen Bands herstellen.

Eine taiwanische EP auf einem österreichischen Label

Talheim Records Germany veröffentlichte Show My Mercy am 31. März 2021 als TRG003CD. Das vorhandene Interview enthält einen direkten Dank an Talheim Records und dokumentiert die Zusammenarbeit rund um die Debüt-EP damit ungewöhnlich eindeutig.

Nach Show My Mercy

Nach Show My Mercy ist die öffentliche Quellenlage schmal. Daraus dürfen keine neuen Aktivitäten abgeleitet oder angekündigt werden.

Releases

Veröffentlichungen, die mit diesem Künstler verbunden sind.