
DVVAD
- Genre
- Atmospheric Black Metal
- Herkunft
- Hungary
- Status
- Aktiv
- Label
- Talheim Records Germany
Über DVVAD
Das Ende von Gyepű und der Beginn von DVVAD
DVVAD wurde Anfang 2018 in Szeged, Ungarn, von zwei Mitgliedern gegründet. Der Bandname leitet sich vom ungarischen Wort dúvad ab: einem gefährlichen wilden Tier und im übertragenen Sinn einer Beschreibung menschlichen Verhaltens. Die Band trennt diese Bedeutung ausdrücklich von der Mythologie des späteren Albumtitels.
Ein ungarisches Interview von 2021 korrigiert die vereinfachte Vorstellung, DVVAD sei Anfang 2018 aus dem Nichts entstanden. Ádám Dudás und Schlagzeuger Gergő hatten bereits als DVVAD geprobt, während Gyepű noch bestand. Als dessen Bassist nach Budapest zog und der zweite Gitarrist das Interesse verlor, führten sie das neuere Projekt fort; Dudás erinnerte die Gründung etwa im September und das Ende von Gyepű bis Ende Oktober. Der Übergang war somit Bruch und Fortsetzung einer bestehenden Arbeitsbeziehung zugleich.
Burning Times, ein Split und eine arbeitsfähige Besetzung
Die unabhängig veröffentlichte EP Burning Times erschien Ende 2018. Auf einen späteren Split folgten mehrere Jahre Arbeit am ersten Album. In dieser Zeit wuchs die Besetzung von zwei auf fünf Musiker, wodurch eine zweite Gitarre, Keyboardschichten und ein umfassenderer Studioprozess möglich wurden.
DVVAD begann als Duo und wusste zunächst nicht, ob Konzerte überhaupt eine Rolle spielen würden. Bassist Gilián Péter machte die Gruppe zum Trio; die Suche nach einer zweiten Gitarre führte nach einem kurzen früheren Versuch schließlich zu Nagy László. Bei einem Konzert im Dezember 2020 in Debrecen stand die Viererformation. Die unabhängige EP Burning Times von 2018 und ein späterer internationaler Split mit Defiant setzten öffentliche Wegmarken, während die Band ein deutlich längeres Werk vorbereitete.
Verlangsamung als Weg zur Atmosphäre
Die frühe Death-/Black-Metal-Basis wurde auf MRKLB atmosphärischer und strukturell geschlossener. Die Band beschreibt das Album als zusammenhängendes Ganzes über endlose Kreisläufe statt als Sammlung unabhängiger Stücke. Die erweiterte Instrumentierung trägt diese Idee durch vier miteinander verbundene Teile.
Die Rezeption von MRKLB betont wiederholt den Zusammenhang statt einer Sammlung einzelner Singles. Die vier römisch nummerierten Sätze bewegen sich zwischen Black-, Death- und Doom-Metal-Gewicht, Post-Metal-Weite und kurzen ambienten Druckentlastungen. Diese Lesart passt zur bandseitigen Erklärung eines Kreislaufs, in dem der Markoláb die Himmelskörper verschlingt und wieder freigibt. Sie bleibt Interpretation, ist aber in Struktur und erklärtem Folklorekonzept verankert.
Dudás beschrieb Burning Times als absichtlich einfach, roh und knisternd. In der folgenden Schreibphase bewegte sich die Band zu längeren Stücken, mehr Doom-Gewicht und einer Rückkehr jener atmosphärischen und psychedelischen Weite, die Gyepű hinterlassen hatte. Die meisten Riffs kamen von Dudás, Nagy steuerte Teile bei, und der ausgebildete Bassist Péter wirkte als strenger interner Lektor. Gergő entwickelte die Schlagzeugparts. Diese belegte Zusammenarbeit ist genauer, als MRKLB einem einzigen Autor zuzuschreiben.
MRKLB: vier Sätze und ein Kreislauf
MRKLB besteht aus vier nummerierten Sätzen mit insgesamt rund 43 Minuten Spielzeit. Der Titel verweist auf den Markoláb, eine Gestalt der ungarischen Überlieferung, die in einer Variante Sonne und Mond verschlingt und wieder freigibt. Das Cover von Balázs Pénzes überträgt diesen Gedanken auf Geburt, Tod und Wiederkehr.
2021 war ungefähr die Hälfte des späteren Albums als Demo vorhanden; die Band sagte Konzerte ab, um sich darauf zu konzentrieren, und mindestens eine neue Komposition dauerte vierzehn Minuten. Das fertige MRKLB ordnete das Material als nummerierte Sätze und ergänzte Keyboarder Márta Zoltán. Eine spätere ungarische Rezension nennt Gastgesang von Forczek Ádám im zweiten Satz und schreibt die visuelle Arbeit Grafithamu und Toldi Dániel zu. Diese Details zeigen den Weg vom ursprünglichen Duo zum geschichteten Debüt.
Von Szegeder Bühnen zur Labelausgabe
Talheim Records Germany veröffentlichte MRKLB am 24. November 2023 als TRG017CD. Das sechsseitige Digipak ist auf 500 Exemplare limitiert. Mit dieser Ausgabe kam das erste Album in den TRG-Katalog; Burning Times bleibt eine unabhängige Veröffentlichung.
Die Labelsuche war nicht nur ein administrativer Schritt: Eine veröffentlichte Rezension berichtet, dass Teile des Materials bereits live zu hören waren, bevor das Studioalbum erschien. Die Ausgabe von 2023 verband daher eine Aufführungsgeschichte mit dem bewusst geschlossenen Album. Nicht dokumentiert ist der praktische Weg von der unabhängigen Burning-Times-Phase zu Talheim Records Germany: Erstkontakt, Demoaustausch, Vertragszeitpunkt und der Moment, an dem die Albumfolge feststand.
Nach dem ersten Album
Aktuelle Quellen führen DVVAD als fünfköpfige und aktive Band. Spätere Besetzungsänderungen und Arbeiten nach MRKLB müssen jedoch direkt bestätigt werden. Eine künftige Fassung sollte die bandseitige Trennung zwischen der Bedeutung von DVVAD und der Mythologie von MRKLB beibehalten.
Sprache, Szene und die Arbeit um die Band
Dudás verband den Wechsel von den ungarischen Texten Gyepűs zu englischen Worten bei DVVAD mit seinen eigenen Grenzen als ungarischer Texter und nicht mit einer Ablehnung der Sprache. Er bewunderte Autoren, die Ungarisch präzise formen konnten, entschied sich für dieses Projekt aber für Englisch. Dasselbe Interview verortet DVVAD in einer kleinen, aktiven Extrem-Metal-Szene in Szeged, deren Mitglieder zugleich bei Boru, From the Sky und Ahriman arbeiteten. Diese Verpflichtungen erschwerten Termine, brachten aber auch unterschiedliche Ansätze in den Proberaum.
Releases
Veröffentlichungen, die mit diesem Künstler verbunden sind.

